Prüfungsfragen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen für Schiedsrichter

Die Prüfungsbögen zur Regelkunde dienen vornehmlich dazu, die Eignung der Schiedsrichter für die Spielleitungen zu überprüfen. Für ein Ranking der Spielleiter sind die Prüfungsergebnisse weniger geeignet: Selbst bei den Referees der Bundesliga hat sich in der Vergangenheit oft genug gezeigt, dass es zwischen den Testergebnissen und der Qualität der Spielleitungen keine Relationen gibt.

Das schließt allerdings nicht aus, dass der Schwierigkeitsgrad der Prüfungsbögen der Leistungsklasse der Spielleiter angemessen sein muss:

- Auf unterster Ebene sollten die Fragen das »Alltagsgeschehen« auf dem Spielfeld abdecken (1. Schwierigkeitsstufe).

- Testfragen der zweiten Schwierigkeitsstufe (zum Beispiel Bezirksprüfungen) zeichnen sich dadurch aus, dass selten gezielte Fragen gestellt werden: Das Fragezeichen fehlt also. Vielmehr werden Sachverhalte vorgegeben, die es zu bewerten gilt. Etliche Testfragen sind »zweisträngig«, das heißt, dass sie zwei »versteckte« Fragen enthalten (siehe auch: Fragetechniken). Zudem sind einige Vorgaben theoretischer Natur. Mit ihnen wird geprüft, ob ein vertieftes Regelwissen vorhanden ist.

- Bei den »Spitzenschiedsrichtern« kann vermehrt mit Denkanstößen gearbeitet werden und Fragen nach dem richtigen Schiedsrichter-Verhalten gewinnen an Bedeutung (3. Schwierigkeitsstufe).

Der Regeltest für Spitzenschiedsrichter (Bezirksliga an aufwärts) unterscheidet sich erheblich von den Fragebögen für Spielleiter in den unteren Klassen: Statt des Multiple-Choice-Verfahrens wird, wie gesagt, mit Denkanstößen gearbeitet, und es werden Sachverhalte dargestellt, zu denen der Kandidat schriftlich Stellung beziehen muss. Die Antworten geben in einige Fällen zugleich Aufschluss über korrektes oder falsches Verhalten des Schiedsrichters auf dem Spielfeld.

Da nahezu alle Fragen mehrsträngig sind, müssen die Bestandteile der Antworten einzeln und zudem nach ihrem Schwierigkeitsgrad bewertet werden.

Also, auf geht’s !

Hinweis: Sie können Ihre Antwort durch einen Mausklick auf die entsprechende Antwortmöglichkeit markieren. Die gewählte Antwort erscheint dann unterstrichen. Falls Sie Ihre Antwort korrigieren möchten, lässt sich die Unterstreichung mittels eines doppelten Mausklicks wieder entfernen.

Schwierigkeitsstufe 1

1. Der Platz ist nicht ordnungsgemäß gekreidet. Zudem fehlen die Eckfahnen. Die Mängel werden trotz Aufforderung an den Spielführer der Heimmannschaft nicht abgestellt. Wie verhält sich der Schiedsrichter richtig?

  1. Er pfeift das Spiel nicht an
  2. Er wartet 30 Minuten und sagt das Spiel dann ab
  3. Er pfeift das Spiel an und meldet den Vorgang

2. Bei einem Spielstand von 2:2 reduziert sich die Zahl der Spieler einer Mannschaft durch einen Feldverweis auf sechs. Der Mannschaftsführer der Mannschaft in Unterzahl fordert den Abbruch des Spiels. Der Schiedsrichter ...

  1. ist einverstanden.
  2. holt das Einverständnis des gegnerischen Mannschaftsführers ein.
  3. lässt unbeirrt weiterspielen.

3. Ein Spieler hat die Mängel an seiner Ausrüstung behoben und möchte wieder am Spiel teilnehmen. Im Vorbeigehen überzeugt sich der Schiedsrichter, dass die Ausrüstung nunmehr in Ordnung ist und erlaubt dem Spieler, das Spielfeld zu betreten.

  1. Der Schiedsrichter beging einen Regelverstoß
  2. Schiedsrichter bewies Fingerspitzengefühl
  3. Das ist regelgerecht

4. Der Schiedsrichter-Assistent bemerkt, dass der Torwart den Ball erheblich länger als 6 Sekunden in den Händen hält. Mit einem Fahnenzeichen signalisiert er das dem Spielleiter.

  1. Richtiges Verhalten des Schiedsrichter-Assistenten
  2. In Ordnung, falls es so abgesprochen wurde
  3. Unzulässige Einmischung des Assistenten

5. Der Schiedsrichter kündigt eine Nachspielzeit von 4 Minuten an, weil eine Mannschaft Zeit vergeudete. Als diese Mannschaft nach 2 Minuten in Rückstand gerät, möchte er das Spiel beenden.

  1. Recht so
  2. Die Nachspielzeit darf grundsätzlich nicht verändert werden
  3. Die Nachspielzeit darf nicht verkürzt gegebenenfalls aber weiter verlängert werden

6. Beim Anstoß wird der Ball direkt zu einem Mitspieler zurückgespielt. Spielfortsetzung?

  1. Das ist mittlerweile erlaubt
  2. Wiederholung des Anstoßes
  3. Anstoß für die gegnerische Mannschaft

7. Der Schiedsrichter ist sich nicht sicher, ob der Ball die Torlinie zwischen den Pfosten überschritten hat.

  1. Er verhängt einen Schiedsrichterball
  2. Er befragt die Spieler
  3. Er lässt weiterspielen

8. Der Ball wird in Richtung eines im Abseits stehenden Angreifer gespielt. Bevor dieser an den Ball kommt, nimmt ein Mannschaftskamerad, der aus der eigenen Hälfe in den freien Raum gelaufen ist, das Leder an.

  1. Weiterspielen
  2. Abseits, weil der Ball in Richtung des abseitsstehenden Angreifers getreten wurde
  3. Ermessensentscheidung des Schiedsrichters

9. Am Strafstoßpunkt stützt sich ein Abwehrspieler auf den Gegner auf und köpft den Ball aus der Gefahrenzone. Entscheidung des Schiedsrichters?

  1. Indirekter Freistoß
  2. Strafstoß
  3. Strafstoß und Verwarnung des Abwehrspielers

10. Ohne den Ball selbst spielen zu können, hält ein Spieler im Mittelfeld den Gegner mit beiden Händen fest.

  1. Direkter Freistoß
  2. Direkter Freistoß und Verwarnung
  3. Indirekter Freistoß und Verwarnung

11. Im Kampf um den Ball trennt ein Spieler den Gegner durch Rempeln vom Ball. Entscheidung?

  1. Direkter Freistoß
  2. Indirekter Freistoß
  3. Weiterspielen

12. Der Torwart lässt den Ball, den er problemlos hätte fangen können, von den Händen abklatschen, spielt ihn innerhalb von 6 Sekunden bis an die Strafraumgrenze und wirft das Leder schnell ab.

  1. Indirekter Freistoß (wo der Ball abgewehrt wurde)
  2. Indirekter Freistoß (wo der Ball abgeworfen wurde)
  3. Erlaubte Spielweise

13. Ein Abwehrspieler versucht in Tornähe, den Ball mit der Hand zu spielen, es gelingt ihm aber nicht. Der Stürmer ist dadurch so irritiert, dass er den Ball verfehlt.

  1. Weiterspielen
  2. Indirekter Freistoß
  3. Indirekter Freistoß und Verwarnung

14. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel wegen eines unsportlichen Handspiels. Als er den schuldigen Spieler verwarnen will, tritt dieser den Ball weg. Welche Karten sind erforderlich?

  1. Gelbe Karte
  2. Gelbe Karte, dann Gelb/Rot
  3. Rote Karte

15. Ein Abwehrspieler bringt einen Angreifer im Strafraum zu Fall, als dieser im Alleingang mit dem Ball auf das Tor zu stürmen will. Welche persönliche Strafe ist angebracht?

  1. Rote Karte
  2. Gelbe Karte
  3. Keine Karte, da ein Strafstoß verhängt wird

16. Obwohl der Schiedsrichter den Schützen aufforderte, mit der Ausführung des Freistoßes zu warten, tritt dieser den Ball auf das Tor. Der Torwart hält den Ball sicher.

  1. Wiederholung des Freistoßes
  2. Wiederholung und Verwarnung
  3. Weiterspielen

17. Strafstoß !  Ein Spieler der angreifenden Mannschaft läuft vor der Ausführung in den Strafraum. Der Torwart wehrt den Ball zur Ecke ab.

  1. Eckstoß
  2. Indirekter Freistoß
  3. Indirekter Freistoß und Verwarnung

18. Ein Spieler wirft den Ball bei einem Einwurf dem eigenen Torwart zu, der das Leder in die Hände nimmt. Der Schiedsrichter bemerkte zudem, dass der einwerfende Spieler mit beiden Füßen im Spielfeld stand.

  1. Einwurf für den Gegner
  2. Wiederholung des Einwurfes
  3. Indirekter Freistoß gegen den Torwart

19. Bei einer Ecke verkürzt ein Abwehrspieler den Abstand zum Ball, bevor der Eckstoß ausgeführt wurde. Er wehrt den Ball erneut zur Ecke ab.

  1. Erneuter Eckstoß
  2. Eckstoß muss durch denselben Schützen ausgeführt werden und Verwarnung
  3. Eckstoß und Verwarnung

20. Eine Mannschaft beendet das Spiel mit nur 8 Spielern, der Gegner ist noch vollzählig. Wieviele Spieler dürfen am anschließenden Elfmeterschießen (»Schüsse von der Strafstoßmarke«) teilnehmen?

  1. Alle spielberechtigten Spieler
  2. Zunächst nur 5 Spieler je Mannschaft
  3. Maximal 8 Spieler je Mannschaft

Lösung

Lösung

1. c. - Außer bei Unbespielbarkeit des Platzes werden Spiele auf jeden Fall durchgeführt. Wichtig: Der Spielleiter darf die Unzulänglichkeiten nur dann im Spielbericht vermerken, wenn er diese vorher beim Mannschaftsführer (Jugendbetreuer) moniert hat.

2. c. - Ein Spiel darf auf Verlangen des Mannschaftsführers nur dann abgebrochen werden, wenn die betreffende Mannschaft weniger als 7 Akteure hat und die Mannschaft zurückliegt.

3. a. - Der Schiedsrichter muss die Ausrüstung des Spielers während einer Spielunterbrechung kontrollieren. Er darf diese Aufgaben auch nicht seinem Assistenten überlassen.

4. c. - Die Kontrolle des Torwartspiels gehört nicht zu den Aufgaben der Schiedsrichter-Assistenten. Eine Ausnahme: Der Torwart überschreitet mit dem Ball in der Hand die Strafraumgrenze.

5. c. - Die angezeigte Nachspielzeit muss auf jeden Fall eingehalten werden. Zusätzliche Spielverzögerungen können beziehungsweise müssen nachgespielt werden.

6. b. - Beim Anstoß muss das Leder zwar nur noch gespielt werden (1 cm genügt), aber die Richtung »nach vorn« muss eingehalten werden.

7. c. - Der Schiedsrichter muss ganz sicher sein, dass der Ball die Torlinie überschritten hat, ansonsten wird weitergespielt.

8. a. - Greift ein abseitsstehender Spieler nicht aktiv in das Spielgeschehen ein, wird er nicht bestraft.

9. b. - Das Aufstützen ist eine Form des Haltens. Es wird deshalb mit einem direkten Freistoß (in diesem Fall also mit einem Strafstoß) bestraft. Eine Verwarnung sehen die Regeln nicht vor.

10. b. - Wer den Gegner festhält (klammert), ohne selbst den Ball erreichen zu können, muss verwarnt werden.

11. c. - Das Rempeln des Gegners im Kampf um den Ball ist ausdrücklich erlaubt, es darf aber nicht rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz erfolgen.

12. b. - Wenn der Torhüter den Ball absichtlich von der Hand/vom Arm abprallen lässt, gilt das als Ballbesitz. Der Torhüter durfte den Ball demnach an der Strafraumgrenze nicht in die Hände nehmen.

13. a. - Nur der Versuch, den Gegner zu treten, zu schlagen, ein Bein zu stellen oder anzuspucken kann bestraft werden. Das Handspiel gehört nicht dazu.

14. b. - Das unsportliche Handspiel bedingt eine gelbe Karte, das Wegtreten des Balles eine weitere. Dem Zeigen der 2. Gelben Karte folgt die »Zusammenfassung«: Rot !

15. a. - Dem Angreifer wird eine sichere Torchance genommen: Rot !

16. b. - Der Freistoßschütze kommt der Aufforderung des Spielleiters, mit der Ausführung zu warten, nicht nach - das ist unsportlich (Gelb). Da der Ball nicht ordnungsgemäß ins Spiel gebracht wurde, muss der Freistoß unabhängig von der Auswirkung des Schusses wiederholt werden.

17. b. - Die Regeln sehen bei Übertretungen der Strafstoßregeln keine Verwarnungen mehr vor. Das Spiel wird mit einem indirekten Freistoß fortgeführt, und zwar dort, wo der Strafraum vorzeitig betreten wurde.

18. a. - Da der Einwurf nicht regelgerecht ins Spiel gebracht wurde, muss er wiederholt werden, und zwar vom Gegner.

19. c. - Das Verkürzen der vorgeschriebenen Abstände beim Freistoß wie auch beim Eckstoß werden gleich behandelt. Muss die Sportfortsetzung wiederholt werden, ist eine Verwarnung fällig.

20. c. - Zu Beginn des »Elfmeterschießens« sorgt der Schiedsrichter dafür, dass sich von jedem Team gleich viele Spieler im Mittelfeld befinden. Der Kapitän des »größeren« Teams teilt dem Schiedsrichter die Namen der ausgemusterten Spieler mit.



Hinweis zur Auswertung des Tests der Schwierigkeitsstufe 1:

Es wird das erforderliche GRUNDWISSEN für Spielleitungen abgefragt. Aus diesem Grunde wiegen Fehler besonders schwer !

0 Fehler: Die theoretischen Voraussetzungen für eine gute Spielleitung sind optimal erreicht

1 Fehler: Gute Regelkenntnisse

2 Fehler: Bitte regelmäßig die SR-Zeitung studieren

3 Fehler: Der stetige Besuch der Lehrveranstaltungen ist anzuraten

4 Fehler: Gefahr! Regelverstöße sind nicht auszuschließen

5 Fehler und mehr: Wiederholen Sie einen Schiedsrichterlehrgang und übernehmen Sie erst dann wieder Spielaufträge

Schwierigkeitsstufe 2

1. Während der Halbzeitpause bringt ein eifriger Platzordner Sand vor einem Tor ein, um Pfützen zu beseitigen.

  1. Der Schiedsrichter freut sich über das Engagement
  2. Der Schiedsrichter fordert den Platzordner auf, auch im anderen Torraum Sand einzubringen
  3. Der Schiedsrichter ist sauer, beschwert sich und meldet den Vorfall

2. Just in dem Moment als der Torwart den Ball auf der Torlinie fängt, gelangt ein zweiter Ball auf das Spielfeld. Der Torhüter tritt den Ball beim Abschlag in die Nähe des zweiten Balles.

  1. Der Schiedsrichter muss das Spiel sofort unterbrechen, wenn der zweite Ball auf das Spielfeld rollt (Schiedsrichter-Ball auf der Torlinie)
  2. Der Schiedsrichter muss das Spiel sofort unterbrechen, wenn der zweite Ball auf das Spielfeld rollt (Schiedsrichter-Ball auf der Torraumlinie)
  3. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel verspätet (Schiedsrichter-Ball in der Nähe des zweiten Balles)

3. Beim Zweikampf verletzt sich ein Spieler. Nach einer Diagnose durch den Betreuer weigert sich der Spieler trotz mehrfacher Aufforderung durch den Spielleiter, das Spielfeld zu verlassen, da er sich wieder fit fühlt.

  1. Der Schiedsrichter verwarnt den Spieler und droht gegebenenfalls »Rot« an
  2. Der Spieler darf auf eigene Verantwortung auf dem Feld bleiben
  3. Der Spieler wird verwarnt, darf dann aber auf dem Spielfeld bleiben

4. Die Blutung der Nase ist gestillt. Der Spieler rennt von der Mittelfahne aus auf das Spielfeld, um seine Mannschaft zu unterstützen. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel.

  1. Indirekter Freistoß (wo Spieler im Moment des Pfiffs) und Verwarnung
  2. Indirekter Freistoß (wo Ball) und Verwarnung
  3. Schiedsrichter-Ball (Spieler durfte das Spielfeld betreten)

5. In einem Zweikampf verliert ein Spieler ohne Verschulden des Gegners einen Schuh. Damit er das Leder nicht dem Gegner überlassen muss, passt er den Ball noch schnell zu einem Mitspieler.

  1. Indirekter Freistoß und Verwarnung
  2. Indirekter Freistoß
  3. Neuerdings erlaubt

6. Ein Abwehrspieler begeht ein verwarnungswürdiges Foulspiel. Der Schiedsrichter erkennt auf »Vorteil«, weil sich eine große Torchance eröffnet.

  1. Falls der Angriff zum Torerfolg führt: Anstoß (keine Verwarnung)
  2. Falls der Torwart den Ball zur Ecke abwehrt: Eckstoß (keine Verwarnung)
  3. Falls der Ball neben das Tor getreten wird: Abstoß und Verwarnung

7. Zur angesetzten Anstoßzeit ist die gegnerische Mannschaft wegen eines Verkehrsstaus noch nicht eingetroffen. Per Handy kündigt sie eine Verspätung von circa einer Stunde an.

  1. Nach 30 Minuten packt der Schiedsrichter seinen Koffer
  2. Nach 45 Minuten Wartezeit bläst der Schiedsrichter das Treffen auf jeden Fall ab
  3. Der Gastgeber möchte unbedingt spielen. Das bedeutet »noch länger warten«

8. In wie vielen Fällen soll der Schiedsrichter-Assistent intervenieren: Falscher Einwurf - Jede Regelübertretung in seiner Nähe - Torwart hält den Ball zu länger als 6 Sekunden?

  1. 0
  2. 1
  3. 2

9. Der Schiedsrichter kündigt eine Nachspielzeit von 4 Minuten an. Ist diese Zeit variabel?

  1. Die Zeit kann gegebenenfalls verkürzt werden
  2. Diese Zeit ist genau einzuhalten
  3. Diese Zeit kann unter Umständen noch verlängert werden

10. Bei einem Spiel ohne Schiedsrichterassistenten kann der Schiedsrichter aus seiner Position nicht genau erkennen, ob der Ball die Torlinie zwischen den Pfosten voll überschritten hat.

  1. Er lässt einfach weiterspielen
  2. Er unterbricht das Spiel und stellt »vor Ort« Ermittlungen an, um dann endgültig zu entscheiden
  3. Er unterbricht das Spiel und setzt es mit einem Schiedsrichter-Ball fort

11. Der Schiedsrichter leitet ein Endspiel um die Kreismeisterschaft der E-Junioren auf dem Kleinfeld. Die Mannschaft A geht 1:0 in Führung. Voller Wut tritt ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ball vom Anstoß aus direkt ins Tor.

  1. Spielstand jetzt 1:1
  2. Abstoß
  3. Wiederholung des Anstoßes

12. Bei einer Torerzielung steht ein Angreifer unbeteiligt zwischen den Torpfosten im Tor. Torwart und Abwehrspieler stehen circa 2 m vor dem Tor.

  1. Tor, Anstoß
  2. Abseits und indirekter Freistoß (wo Angreifer)
  3. Abseits und indirekter Freistoß (irgendwo aus dem Torraum)

13. Spieler einer Mannschaft entziehen sich innerhalb von 5 Minuten zweimal drohenden Abseitsstellungen, indem sie das Spielfeld verlassen. Einer greift durch Zurufe von außen in das Spiel ein, der andere rennt wieder auf das Feld, als der Ball in seiner Nähe gespielt wird. Spielfortsetzungen?

  1. In beiden Fällen: indirekte Freistöße, wo Ball beim Abpfiff
  2. In beiden Fällen: Schiedsrichter-Ball
  3. Der erste Fall verursacht einen Schiedsrichter-Ball, der zweite einen indirekten Freistoß

14. Ein Abwehrspieler versucht vergeblich durch ein Handspiel, eine Flanke zu einem frei vor dem Tor stehenden Angreifer zu verhindern. Der Stürmer wird dadurch getäuscht und köpft das Leder über das Tor.

  1. Abstoß
  2. Torraub: Rot! Aber leider nur Abstoß
  3. Indirekter Freistoß und Verwarnung wegen unsportlichen Verhalten

15. Ein Spieler hält seinen Gegner am Trikot fest, obwohl er den Ball selbst nicht spielen kann. Der Gegner revanchiert sich mit einem kräftigen Ellbogenstoß auf die Nase. Es fließt Blut!

  1. Direkter Freistoß wegen des Haltens
  2. Direkter Freistoß wegen des Ellbogenstoßes
  3. Schiedsrichterball, da beide Spieler gegen die Regeln verstoßen

16. Bevor der Ball bei einem Freistoß in Tornähe vom Schiedsrichter freigegeben wurde, führt der Schütze den Freistoß aus. Der Ball fliegt über das Tor ins Aus.

  1. Abstoß (Vorteil)
  2. Abstoß und Verwarnung des Schützen
  3. Wiederholung des Freistoßes und Verwarnung des Schützen

Bevor ein Strafstoß getreten wird, läuft ein Mitspieler des Schützen außerhalb des Strafraumes vor die Strafstoßmarke. Der Torwart kann den Ball zur Ecke abwehren.

  1. Eckstoß
  2. Indirekter Freistoß in Höhe des 11m-Punktes
  3. indirekter Freistoß und Verwarnung

18. Ein korrekt ausgeführter Einwurf misslingt insofern, als das Leder nur wenige Meter ins Spielfeld gelangt. Der einwerfende Spieler nimmt den Ball auf, um den Einwurf zu wiederholen.

  1. Direkter Freistoß
  2. Direkter Freistoß und Verwarnung
  3. Wiederholung des Einwurfes ist erlaubt

19. Ein Abstoß wird ausgeführt, obwohl sich noch angreifende Spieler im Strafraum befinden. Der Ball gelangt zu einem Abwehrspieler außerhalb des Strafraums. Dieser nimmt das Leder in die Hand, weil er denkt, der Abstoß müsse wiederholt werden.

  1. Recht hat er
  2. Direkter Freistoß wegen des Handspiels
  3. Direkter Freistoß wegen des Handspiels und Verwarnung

20. Bei einem Eckstoß verkürzt ein Abwehrspieler die 9,15m-Distanz. Der Ball wird vor das Tor getreten.

  1. Wiederholung des Eckstoßes und Verwarnung
  2. Weiterspielen
  3. Weiterspielen und Verwarnung in der nächsten Spielunterbrechung

Lösung

Lösung

1. c. - Veränderungen am Spielfeld während der Halbzeitpause dürfen nur mit Zustimmung des Schiedsrichters vorgenommen werden.

2. c. - Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel erst, wenn der 2. Ball Einfluss auf das Spiel nimmt.

3. a. - Nach einer Spielunterbrechung wegen der Verletzung eines Spieler muss dieser das Spielfeld verlassen und darf erst mit Zustimmung des Schiedsrichter nach der Fortsetzung des Spiels wieder das Spielfeld betreten.

4. b. - Ein Spieler mit blutender Wunde darf das Spielfeld erst dann wieder betreten, wenn sich der Schiedsrichter vergewissert hat, dass die Blutung gestoppt wurde und dass der Spieler keine blutverschmierte Kleidung trägt. Das unbefugte Betreten des Spielfeldes ist mit GELB zu bestrafen.

5. b. - Das Spielen ohne Schuh ist nach wie vor verboten. Allerdings ist die einst dafür vorgesehene Verwarnung in den Regeln gestrichen.

6. c. - Eine fällige Verwarnung kann unter Beachtung der Vorteilsbestimmung bis zur nächsten Spielunterbrechung zurückgestellt werden. Sie muss auf jeden Fall ausgesprochen werden, bevor das Spiel fortgesetzt wird.

7. c. - Eine Wartezeit von 45 Minuten ist Pflicht. Danach ist der Verein berechtigt, das Spiel nicht auszutragen, er muss von diesem Recht jedoch keinen Gebrauch machen.

8. a. - Keine der genannten Vorkommnisse gehört in den Kontrollbereich der Schiedsrichter-Assistenten. Auch bei Foulspielen in der Nähe der Assistenten sollen sie vor dem Anzeigen feststellen, ob der Spielleiter die Regelübertretung nicht selbst gesehen hat, weil ihm die Sicht versperrt war oder weil er auf Vorteil entschieden hat.

9. c. - Angesagte bzw. angezeigte Nachspielzeit muss auf jeden Fall eingehalten werden. Zusätzlich kann weiterhin vergeudete Zeit nachgespielt werden. In der Nachspielzeit verlorene Zeit (z. B. bei außergewöhnlichen Spielunterbrechungen) muss zudem nachgespielt werden.

10. a. - Anweisung des DFB: Bestehen Zweifel, ob der Ball vollständig im Tor war, soll der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen lassen.

11. a. - Nach einer Regeländerung in den letzten Jahren können aus An- und Abstoß Tore direkt erzielt werden.

12. a. - Ein Angreifer kann nur dann wegen einer Abseitsstellung bestraft werden, wenn er aktiv in das Spiel eingreift.

13. c. - Beide Angreifer verhalten sich unsportlich und werden deshalb verwarnt. Da ein Angreifer außerhalb des Spielfeldes agiert, kann das Spiel nach einer Spielunterbrechung (Vorteilsbestimmung beachten!) nur mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden. Der zweite Angreifer bewirkt mit dem Wiederbetreten des Spielfeldes einen indirekten Freistoß (wo Ball).

14. a. - Ein versuchtes Handspiel kann nicht bestraft werden.

15. a. - Bei Regelverstößen von Spielern beider Mannschaften bestimmt der erste Verstoß die Spielfortsetzung. Das Halten wird mit GELB, der Ellbogencheck mit ROT bestraft.

16. c. - Da der Freistoß vom Schiedsrichter nicht freigegeben wurde, kann er keine Auswirkungen haben.

17. b. - Die Strafstoßregel wurde vereinfacht: Es gibt im Grunde keine Verwarnungen mehr.

18. a. - Bei zwei Regelübertretungen derselben Mannschaft (zweimaliges Spielen des Balles nach einer Spielfortsetzung und Handspiel) wir das schwerwiegendere Vergehen betraft.

19. a. - Begehen unterschiedliche Mannschaften vor dem Abpfiff Regelübertretungen, bestimmt die Reihenfolge der Vergehen die Spielfortsetzung.

20. b. - Die Vorteilsbestimmung wird angewandt.



Bewertung

0 Fehler: Spitzenleistung! Lehrwart werden.

1 Fehler: Vorzügliche Regelkenntnisse. Sie dürfen einen Lehrabend schwänzen.

2 Fehler: Noch gute Regelkenntnisse

3 Fehler: Prüfung bestanden

4 Fehler: Noch bestanden, aber keine Empfehlung für den Aufstieg

5 Fehler: Durchgefallen! Sofort eine Wiederholungsprüfung absolvieren.

6 Fehler: Test nicht bestanden. Vor Wiederholungsprüfung Regelkenntnisse auffrischen.

7 Fehler: Nicht bestanden! Ansetzungen für diese Leistungsklasse sind riskant.

8 Fehler und mehr: Nicht bestanden! 1 Jahr regelmäßig die Lehrveranstaltungen besuchen.

Schwierigkeitsstufe 3

Bitte die Aufgabenstellung sorgfältig lesen und jeweils ausführlich Stellung beziehen

1. Nach der Seitenwahl begeben sich der Schiedsrichter und seine Assistenten auf ihre Plätze. Die Schiedsrichter-Assistenten machen einen kleinen Umweg und prüfen die Tornetze.

2. Mit Zustimmung des Schiedsrichters betritt ein dritter Auswechselspieler das Spielfeld. Jetzt bemerkt der Trainer, dass auch der Torwart verletzt ist und das Spielfeld verlässt. Bevor das Spiel fortgesetzt wird, beordert er den Auswechselspieler vom Feld und schickt den Ersatztorhüter ins Tor.

3. Ein zuspätkommender Spieler läuft ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld und begeht sofort ein verwarnungswürdiges Foulspiel.

4. Ein Spieler, der ausgewechselt werden soll, weigert sich, das Spielfeld zu verlassen.

5. Zwar führt eine Mannschaft noch mit einem Tor, wird aber nach dem Verlust von vier Feldspielern hoffnungslos in die Defensive gedrängt. Ihr Mannschaftsführer bittet den Schiedsrichter, das Spiel abzubrechen.

6. Torraub? In der letzten Spielminute beim Stande von 0:0 stürmt ein Angreifer im Alleingang auf das gegnerische Tor zu, als der Schiedsrichter bemerkt, dass der einschussbereite Spieler keine Schienbeinschützer trägt. Der Spielleiter unterbricht das Spiel.

7. Bei welchen Spielunterbrechungen ist der Pfiff des Schiedsrichters nicht zwingend?

8. Ein ausgewechselter Spieler wirft aus Verärgerung einen Schneeball ins Spielfeld, ohne den Gegner zu treffen. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel.

9. Vor dem Spiel weist der Schiedsrichter seine Assistenten noch einmal darauf hin, wann sie ausnahmsweise das Spielfeld betreten dürfen. Was wird er ihnen mit auf den Weg gegeben haben?

10. Bei einem Schuss auf das Tor stehen der Torwart, zwei Abwehrspieler und ein Angreifer auf der Torlinie. Durch (korrektes) Rempeln eines Abwehrspielers versucht der Angreifer, an den Ball zu gelangen. Das Leder landet im Tornetz.

11. Weil eine Mannschaft Zeit vergeudete, kündigt der Schiedsrichter eine Nachspielzeit von vier Minuten an. In der zweiten Spielminute der Verlängerung gerät das schuldige Team in Rückstand. Jetzt verzögert der Gegner das Spiel in eklatanter Weise.

12. Ein Abwehrspieler stützt sich in seinem Torraum auf einen Stürmer auf, um den Ball aus der Gefahrenzone zu köpfen. An gleicher Stelle gelingt es dem Abwehrspieler später noch einmal, das Leder abzuwehren. Allerdings stützt er sich diesmal auf einen Mitspieler auf.

13. Ohne selbst den Ball spielen zu können, hält ein Spieler den Gegner am Trikot fest.

14. Der Torwart hat den Ball sicher abgefangen. Als er zur Strafraumgrenze eilt, um den Ball abzuwerfen, rutscht ihm das Leder aus den Händen. Ohne einen weiteren Schritt zu machen, wirft er den Ball einem Mitspieler zu.

15. Ein Abstoß wird ausgeführt, obwohl noch nicht alle Angreifer den Strafraum verlassen haben. Außerhalb des Strafraums spielt a) ein Abwehrspieler b) ein Angreifer den Ball mit der Hand.

16. Wegen eines Strafstoßes muss die Spielzeit verlängert werden. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters laufen fast gleichzeitig zwei Angreifer nach dem Ball, einer von ihnen tritt das Leder ins Tor.

17. Ein Spieler hat sich verletzt. Nach der Erstbehandlung will er das Spielfeld nicht verlassen, sondern gleich wieder am Spiel teilnehmen. Er ist renitent und bleibt es auch ! Skizzieren Sie die Vorgehensweise des Schiedsrichters.

18. Der Torwart wird in seinem Torraum behindert, obwohl er nicht in Ballbesitz ist. Der Ball fliegt über das Tor ins Aus. »Schietegal« meint der Schiedsrichter und verzichtet auf den Pfiff.

19. Bei einem Eckstoß verkürzt ein Abwehrspieler die vorgeschriebene Distanz und wehrt den Ball über die Torlinie ab.

20. Beim »Elfmeterschießen zur Spielentscheidung« läuft der Torwart dem Ball bereits vor der Ausführung einige Schritte entgegen und kann so den Schuss abwehren. Gegen die Wiederholung des Strafstoßes protestiert der bereits verwarnte Torhüter sehr heftig beim Schiedsrichter.

Lösung

Lösung

1. Nach der Seitenwahl begeben sich der Schiedsrichter und seine Assistenten auf ihre Plätze. Die Schiedsrichter-Assistenten machen einen kleinen Umweg und prüfen die Tornetze.

Lösung: Die Überprüfung des Platzes obliegt dem Schiedsrichter (1 Punkt). Sie hat rechtzeitig vor dem Spiel stattzufinden (1 Punkt).


2. Mit Zustimmung des Schiedsrichters betritt ein dritter Auswechselspieler das Spielfeld. Jetzt bemerkt der Trainer, dass auch der Torwart verletzt ist und das Spielfeld verlässt. Bevor das Spiel fortgesetzt wird, beordert er den Auswechselspieler vom Feld und schickt den Ersatztorhüter ins Tor.

Lösung: Mit Zustimmung des Schiedsrichters (0,5 Punkte) und mit dem Betreten des Spielfeldes durch den Auswechselspieler (0,5 Punkte) ist der Wechselvorgang abgeschlossen. Ein Feldspieler muss das Tor hüten (1 Punkt).


3. Ein zuspätkommender Spieler läuft ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld und begeht sofort ein verwarnungswürdiges Foulspiel.

Lösung: Der Schiedsrichter zeigt dem Spieler zunächst die gelbe Karte wegen des unangemeldeten Betretens des Spielfeldes (0,5 Punkte) und anschließend die gelb/rote Karte wegen des Foulspiels (0,5 Punkte). Der Spieler darf nicht ersetzt werden (1 Punkt). Das Spiel wird mit einem direkten Freistoß fortgesetzt (1 Punkt).


4. Ein Spieler, der ausgewechselt werden soll, weigert sich, das Spielfeld zu verlassen.

Lösung: Der Schiedsrichter lässt weiterspielen (1 Punkt).


5. Zwar führt eine Mannschaft noch mit einem Tor, wird aber nach dem Verlust von vier Feldspielern hoffnungslos in die Defensive gedrängt. Ihr Mannschaftsführer bittet den Schiedsrichter, das Spiel abzubrechen.

Lösung: Der Schiedsrichter kommt dem Wunsch nicht nach, weil die betreffende Mannschaft nicht im Rückstand liegt (1 Punkt) und zudem noch mehr als sechs Akteure auf dem Spielfeld hat (1 Punkt).


6. Torraub? In der letzten Spielminute beim Stande von 0:0 stürmt ein Angreifer im Alleingang auf das gegnerische Tor zu, als der Schiedsrichter bemerkt, dass der einschussbereite Spieler keine Schienbeinschützer trägt. Der Spielleiter unterbricht das Spiel.

Lösung: Der Schiedsrichter hätte das Spiel nicht unterbrechen dürfen, sondern er hätte bis zur nächsten Spielunterbrechung warten müssen, um den Mangel zu monieren (1 Punkt). Spielfortsetzung: Schiedsrichterball (1 Punkt).


7. Bei welchen Spielunterbrechungen ist der Pfiff des Schiedsrichters nicht zwingend ?

Lösung: Abstoß (0,5 Punkte), Eckstoß (0,5 Punkte), Einwurf (0,5 Punkte) und Tor (0,5 Punkte).


8. Ein ausgewechselter Spieler wirft aus Verärgerung einen Schneeball ins Spielfeld, ohne den Gegner zu treffen. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel.

Lösung: Der Spieler wird verwarnt (1 Punkt). Das Spiel wird mit einem indirekten Freistoß (1 Punkt) an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball im Moment des Abpfiffs befand (1 Punkt).


9. Vor dem Spiel weist der Schiedsrichter seine Assistenten noch einmal darauf hin, wann sie ausnahmsweise das Spielfeld betreten dürfen. Was wird er ihnen mit auf den Weg gegeben haben ?

Lösung: Die Schiedsrichter-Assistenten dürfen das Spielfeld betreten: zur Verhinderung eines Regelverstoßes (0,5 Punkte), bei Verletzung des Spielleiters (0,5 Punkte), bei Tumulten auf dem Spielfeld (»Rudelbildung«)(0,5 Punkte), wenn der Schiedsrichter bedroht wird (0,5 Punkte) und um den Mauerabstand in der Nähe der Schiedsrichter-Assistenten herzustellen (0,5 Punkte).


10. Bei einem Schuss auf das Tor stehen der Torwart, zwei Abwehrspieler und ein Angreifer auf der Torlinie. Durch (korrektes) Rempeln eines Abwehrspielers versucht der Angreifer, an den Ball zu gelangen. Das Leder landet im Tornetz.

Lösung: Der Angreifer greift in zulässiger Weise in das Spiel ein (1 Punkt). Da er der gegnerischen Torlinie nicht näher als zwei Abwehrspieler ist, steht der Stürmer nicht im Abseits: Es wurde also ein korrektes Tor erzielt (1 Punkt).


11. Weil eine Mannschaft Zeit vergeudete, kündigt der Schiedsrichter eine Nachspielzeit von vier Minuten an. In der zweiten Spielminute der Verlängerung gerät das schuldige Team in Rückstand. Jetzt verzögert der Gegner das Spiel in eklatanter Weise.

Lösung: Angekündigte Nachspielzeit muss auf jeden Fall nachgespielt werden (1 Punkt). Der Schiedsrichter darf diese Zeit gegebenenfalls noch verlängern (1 Punkt).


12. Ein Abwehrspieler stützt sich in seinem Torraum auf einen Stürmer auf, um den Ball aus der Gefahrenzone zu köpfen. An gleicher Stelle gelingt es dem Abwehrspieler später noch einmal, das Leder abzuwehren. Allerdings stützt er sich diesmal auf einen Mitspieler auf.

Lösung: Im ersten Fall verhängt der Schiedsrichter einen Strafstoß (1 Punkt). Im zweiten Fall wird das Spiel mit einem indirekten Freistoß (1 Punkt) auf der parallel zur Torlinie verlaufenden Torraumlinie fortgesetzt (0,5 Punkte), und zwar von dem Punkt, der dem Ort der Regelübertretung am nächsten ist (0,5 Punkte). Der Abwehrspieler muss verwarnt werden (1 Punkt).


13. Ohne selbst den Ball spielen zu können, hält ein Spieler den Gegner am Trikot fest.

Lösung: Direkter Freistoß (1 Punkt) und Verwarnung (1 Punkt).


14. Der Torwart hat den Ball sicher abgefangen. Als er zur Strafraumgrenze eilt, um den Ball abzuwerfen, rutscht ihm das Leder aus den Händen. Ohne einen weiteren Schritt zu machen, wirft er den Ball einem Mitspieler zu.

Lösung: Indirekter Freistoß (1 Punkt).


15. Ein Abstoß wird ausgeführt, obwohl noch nicht alle Angreifer den Strafraum verlassen haben. Außerhalb des Strafraums spielt a) ein Abwehrspieler b) ein Angreifer den Ball mit der Hand.

Lösung: a) Der Abstoß wird wiederholt (1 Punkt) und b) direkter Freistoß wegen des Handspiels (1 Punkt).


16. Wegen eines Strafstoßes muss die Spielzeit verlängert werden. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters laufen fast gleichzeitig zwei Angreifer nach dem Ball, einer von ihnen tritt das Leder ins Tor.

Lösung: Der Strafstoß muss wiederholt werden (2 Punkte). Es sind keine Verwarnungen vorgesehen (gegebenenfalls 1 Punkt Abzug).


17. Ein Spieler hat sich verletzt. Nach der Erstbehandlung will er das Spielfeld nicht verlassen, sondern gleich wieder am Spiel teilnehmen. Er ist renitent und bleibt es auch ! Skizzieren Sie die Vorgehensweise des Schiedsrichters.

Lösung: Spieler auffordern, das Spielfeld zu verlassen (0,5 Punkte), Hinweis auf Regelwerk (0,5 Punkte), Verwarnung androhen (0,5 Punkte), Verwarnen (0,5 Punkte), Mannschaftsführer einschalten (0,5 Punkte), Drohung mit Spielausschluss (0,5 Punkte) und rote Karte (0,5 Punkte).


18. Der Torwart wird in seinem Torraum behindert, obwohl er nicht in Ballbesitz ist. Der Ball fliegt über das Tor ins Aus. »Schietegal« meint der Schiedsrichter und verzichtet auf den Pfiff.

Lösung: Zwar werden beide Spielfortsetzungen aus dem Torraum heraus ausgeführt (1 Punkt), aber beim Abstoß ist die Abseitsregel aufgehoben (1 Punkt) und im Gegensatz zum Freistoß kann ein Tor direkt erzielt werden (1 Punkt).


19. Bei einem Eckstoß verkürzt ein Abwehrspieler die vorgeschriebene Distanz und wehrt den Ball über die Torlinie ab.

Lösung: Erneuter Eckstoß (1 Punkt) und Verwarnung des Spielers (1 Punkt).


20. Beim »Elfmeterschießen zur Spielentscheidung« läuft der Torwart dem Ball bereits vor der Ausführung einige Schritte entgegen und kann so den Schuss abwehren. Gegen die Wiederholung des Strafstoßes protestiert der bereits verwarnte Torhüter sehr heftig beim Schiedsrichter.

Lösung: »Gelb« und »Gelb/Rot« gegen den Torwart (0,5 Punkte + 0,5 Punkte). Der Torwart wird durch einen Spieler, der am Elfmeterschießen teilnehmen darf, ersetzt (0,5 Punkte). Auch wenn die betroffene Mannschaft im Laufe des Spiels noch nicht 3 Spieler ausgewechselt hat, darf kein Torhüter von der Reservebank eingewechselt werden* (0,5 Punkte).

*) Mit einem Trick lässt sich diese Regelung umgehen: Der »neue« Torhüter täuscht eine Verletzung vor.



Bewertung*

45 Punkte:  Ausgezeichnet !

41 bis 44,5 Punkte:  Sehr gut

37 bis 40,5 Punkte:  Gut

33 bis 36,5 Punkte:  Befriedigend

29,5 bis 32,5 Punkte:  Mangelhaft

Weniger als 29,5 Punkte:  Ungenügend


*) Der Bewertungsmaßstab bezieht auf Schiedsrichter von der Bezirksliga an aufwärts.