»Abiturprüfung« für Schiedsrichter und Regelexperten

Eifersüchtiger Torwart

In einem Ort mit der Postleitzahl 26599 soll sich Folgendes ereignet haben: Hinter seinem Tor bemühte sich die Freundin des Torwarts (allzu) liebevoll um zwei verletzte Spieler beider Mannschaften, die heftig mit den Köpfen zusammengestoßen waren. Dem Torhüter missfiel das fürsorgliche Verhalten seiner Angebeteten. Rasend vor Eifersucht warf er den soeben abgefangenen Ball nach den Dreien.

Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel sofort, zeigte dem Torwart eine Karte, die der Wucht seines Wurfes angemessen war, und bedauerte, bei der Regelkunde nicht aufmerksam genug gewesen zu sein.

Wie musste das Spiel fortgesetzt werden ? Vier Möglichkeiten der Spielfortsetzung boten sich an:

  1. der Schiedsrichterball
  2. der Eckstoß
  3. der indirekte Freistoß
  4. der Strafstoß (»Elfmeter«)

Welche Spielfortsetzung wäre richtig gewesen, wenn das Leder

  1. den gegnerischen Spieler
  2. den Mitspieler
  3. die Freundin

getroffen hätte ?

Nun, zu allem regelkundlichen Unglück verfehlte der Wurf alle drei Ziele ... Der »clevere« Schiedsrichter befragte deshalb den Wüterich, wen er denn hätte treffen wollen.

Welche Spielfortsetzung musste der Spielleiter anordnen, wenn der Torwart auf

  1. den Gegner
  2. den Mitspieler
  3. die Freundin

gezielt hätte ?

Lösung

Lösung

Die komplizierte Regel 12 wurde in Bezug auf die Wurfvergehen vereinfacht. Es wird nicht mehr unterschieden, ob mit einem Ball oder einem anderen Gegenstand geworfen wird. Auch die Unterscheidung zwischen den Beworfenen (Gegenspieler, Auswechselspieler, Funktionär ...) entfällt.

Auch spielt es keine Rolle, ob getroffen wurde oder nicht: Der Versuch ist strafbar.

Die richtige Spielfortsetzung ist in allen Fällen ein indirekter Freistoß und zwar dort, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befindet.